Vorbereitung der Immobilienbewertung

Handbuch | Bewertung

Wer seine Immobilie verkaufen möchte, kommt an einer Sache nicht vorbei: einer fundierten Bewertung. Doch bevor ein Experte den Marktwert einer Liegenschaft ermitteln kann, braucht es eine gute Vorbereitung. Wer die richtigen Unterlagen zusammenstellt und sich vorab ein paar Gedanken macht, hilft dem Bewerter – und sich selbst. Eine sorgfältige Vorbereitung spart Zeit, vermeidet Rückfragen und führt am Ende zu einem genaueren und verlässlicheren Ergebnis. Viele Eigentümer unterschätzen diesen Schritt – dabei kann er den Unterschied zwischen einer ungefähren Schätzung und einer wirklich belastbaren Bewertung ausmachen.

Warum die Vorbereitung so wichtig ist

Eine Immobilienbewertung ist nur so gut wie die Informationen, auf denen sie basiert. Je vollständiger und aktueller die Unterlagen sind, desto präziser kann der Experte arbeiten. Das gilt sowohl für die professionelle Expertenbewertung vor Ort als auch für die kostenlose Online-Immobilienbewertung, die viele Eigentümer als ersten Schritt nutzen.

Wer unvorbereitet in eine Bewertung geht, riskiert ein ungenaues Ergebnis – und damit einen Angebotspreis, der entweder zu hoch oder zu tief angesetzt ist. Beides kann teuer werden: Ein überhöhter Preis verlängert die Verkaufsdauer, ein zu tiefer Preis kostet bares Geld. Die Vorbereitung ist deshalb kein lästiger Zusatzaufwand, sondern ein wichtiger Teil des gesamten Verkaufsprozesses.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Für eine fundierte Bewertung sind verschiedene Dokumente notwendig. Nicht alle müssen zwingend beim ersten Termin vollständig vorliegen – ein erfahrener Bewerter hilft beim Auffinden fehlender Informationen. Trotzdem gilt: Je mehr Unterlagen vorhanden sind, desto reibungsloser läuft der Prozess. Typischerweise werden folgende Dokumente benötigt:

  • Grundbuchauszug
  • Baupläne und Grundrisse
  • Gebäudeversicherungsnachweis
  • Nebenkosten der letzten zwei Jahre
  • Auflistung der getätigten Investitionen und Renovierungen
  • Amtliche Schätzung, sofern vorhanden

Wer diese Unterlagen griffbereit hat, zeigt nicht nur Professionalität, sondern ermöglicht dem Bewerter eine schnelle und präzise Einschätzung. Fehlende Dokumente lassen sich oft nachträglich beschaffen – ein guter Makler unterstützt dabei und weiss, wo man sie beantragen kann.

Den Zustand der Immobilie realistisch einschätzen

Neben den Dokumenten spielt der tatsächliche Zustand der Immobilie eine entscheidende Rolle. Eigentümer sollten sich vor der Bewertung ehrlich fragen: Welche Renovierungen wurden in den letzten Jahren durchgeführt? Gibt es bekannte Mängel oder Schäden? Wie ist der allgemeine Zustand von Dach, Fassade, Heizung und Leitungen?

Es bringt nichts, Mängel zu verschweigen – ein erfahrener Bewerter erkennt sie ohnehin. Transparenz hingegen hilft dabei, ein realistisches Bild zu zeichnen und den Immobilienwert korrekt zu ermitteln. Gleichzeitig sollten durchgeführte Investitionen und Aufwertungen aktiv kommuniziert werden, denn sie wirken sich positiv auf den Marktwert der Immobilie aus.

Was den Immobilienwert beeinflusst

«Was beeinflusst den Immobilienwert?» – diese Frage stellen sich viele Eigentümer. Die Antwort ist vielschichtig. Bei einer professionellen Bewertung werden über 70 Eigenschaften einer Liegenschaft erfasst und mit vergleichbaren Objekten abgeglichen. Diese lassen sich in folgende Hauptkategorien einteilen:

Die Makrolage umfasst die Zugehörigkeit zu einer Region und Faktoren wie Infrastruktur, Steuern, Verkehrsanbindung und die Nähe zu Arbeitsplätzen. Die Mikrolage betrachtet die unmittelbare Umgebung: Distanz zu Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen Verkehrsmitteln und Erholungsgebieten. Dazu kommen quantitative Objektinformationen wie Grundrissgrösse, Volumen und Zimmerzahl sowie qualitative Faktoren wie Baujahr, Zustand und Ausbaustandard.

All diese Punkte fliessen in die Bewertung ein – weshalb eine fundierte Immobilienbewertung deutlich aussagekräftiger ist als ein einfacher Vergleich mit Nachbarliegenschaften oder Inseraten im Internet.

Online-Bewertung als erster Schritt

Viele Eigentümer starten mit einer Online-Immobilienbewertung, um einen ersten Richtwert zu erhalten. Das ist durchaus sinnvoll – solange man weiss, was dieses Tool leisten kann und was nicht. Eine Online-Schätzung liefert in wenigen Minuten eine grobe Einschätzung des Werts, basierend auf statistischen Vergleichsdaten. Sie ersetzt jedoch keine professionelle Bewertung, die den genauen Zustand und die individuellen Eigenschaften der Liegenschaft berücksichtigt.

«Wie genau ist eine Online-Immobilienbewertung?» – das hängt stark vom verwendeten Tool und der Datenbasis ab. Für eine erste Orientierung ist sie gut geeignet. Wer ernsthaft verkaufen möchte, sollte danach den Schritt zur Expertenbewertung gehen und sich nicht allein auf den digitalen Richtwert verlassen.

Die hedonische Bewertungsmethode verstehen

In der Schweiz wird bei Immobilienbewertungen häufig die hedonische Bewertungsmethode eingesetzt. Diese statistische Methode vergleicht die Immobilie mit einer grossen Anzahl ähnlicher Objekte und deren tatsächlich erzielten Verkaufspreisen. Sie eignet sich besonders gut für klassische Wohnimmobilien wie Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen.

«Was ist die hedonische Bewertungsmethode?» – vereinfacht gesagt ist es ein datengestütztes Verfahren, das objektive Vergleichbarkeit schafft. Es kann ortsunabhängig durchgeführt werden und liefert zuverlässige Ergebnisse, solange die Liegenschaft nicht zu aussergewöhnlich ist. Liebhaberobjekte oder gemischte Liegenschaften benötigen hingegen eine traditionelle Bewertung mit Besichtigung vor Ort.

Gut vorbereitet zum besten Ergebnis

Eine Immobilienbewertung ist der Startschuss für einen erfolgreichen Verkauf. Wer sich die Zeit nimmt, die nötigen Unterlagen zusammenzustellen, den Zustand der Immobilie ehrlich zu beurteilen und sich mit den Grundlagen der Bewertung vertraut zu machen, schafft die beste Ausgangslage. Am Ende steht ein Angebotspreis, der dem Markt entspricht – und der Grundstein für einen Verkauf, der reibungslos verläuft und zum bestmöglichen Ergebnis führt. Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus – nicht nur in Zeit und Nerven, sondern auch im erzielbaren Verkaufspreis.

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