Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern

Handbuch | Finanzierung

Der Kauf einer Immobilie ist selten eine rein eigenfinanzierte Angelegenheit. In den meisten Fällen braucht es einen Finanzierungspartner – eine Bank, eine Versicherung oder einen unabhängigen Hypothekenvermittler – der einen Teil des Kaufpreises in Form einer Hypothek zur Verfügung stellt. Diese Zusammenarbeit ist weit mehr als eine administrative Formalität. Sie prägt den gesamten Kaufprozess, beeinflusst das Budget und hat langfristige Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Käufers. Wer weiss, wie er mit Finanzierungspartnern umgeht, ist besser gerüstet – für den Kauf ebenso wie für alles, was danach kommt.

Wer kommt als Finanzierungspartner infrage?

Der Markt für Immobilienfinanzierungen in der Schweiz ist vielfältig. Neben den klassischen Geschäfts- und Kantonalbanken bieten auch Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen und unabhängige Hypothekenvermittler Finanzierungslösungen an. Jeder dieser Anbieter hat eigene Konditionen, Anforderungen und Stärken.

Banken sind die bekanntesten Anbieter und bieten in der Regel das breiteste Produktsortiment. Kantonalbanken sind oft besonders stark in ihren Heimatregionen und kennen den lokalen Immobilienmarkt gut. Versicherungsgesellschaften bieten häufig attraktive Konditionen für langfristige Festhypotheken an, weil sie das Kapital ihrer Versicherungsnehmer langfristig anlegen müssen. Unabhängige Vermittler vergleichen Angebote verschiedener Anbieter und können oft bessere Konditionen aushandeln als Direktkunden.

Warum ein Vergleich sich immer lohnt

Wer nur bei seiner Hausbank fragt und das erste Angebot annimmt, verschenkt möglicherweise erhebliches Sparpotenzial. «Hypothek vergleichen in der Schweiz» ist keine aufwendige Übung – aber sie kann sich über die Laufzeit einer Hypothek mit mehreren tausend Franken auszahlen. Selbst kleine Unterschiede beim Zinssatz summieren sich bei einer Hypothek von 600'000 Franken über zehn Jahre zu substanziellen Beträgen.

Wichtig ist dabei, nicht nur den Zinssatz zu vergleichen, sondern auch die Nebenkonditionen: Wie flexibel ist die Hypothek? Was kostet eine vorzeitige Auflösung? Welche Amortisationsregeln gelten? Und wie ist der Kundenservice, wenn man Fragen oder Probleme hat?

Was Finanzierungspartner prüfen

Bevor ein Finanzierungspartner eine Hypothek gewährt, prüft er zwei zentrale Kriterien: die Tragbarkeit und die Belehnung. Die Tragbarkeit prüft, ob die laufenden Kosten – berechnet mit einem kalkulatorischen Zinssatz von rund fünf Prozent – einen Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Die Belehnung prüft, ob die Hypothek nicht mehr als 80 Prozent des Belehnungswerts der Immobilie übersteigt.

Für diese Prüfung braucht der Finanzierungspartner verschiedene Unterlagen. Dazu gehören in der Regel Einkommensnachweise, Kontoauszüge, Informationen zum vorhandenen Eigenkapital und Unterlagen zur Immobilie selbst – Grundbuchauszug, Baupläne und eine aktuelle Bewertung der Liegenschaft. Wer diese Unterlagen vollständig und gut aufbereitet einreicht, beschleunigt den Prozess und macht einen professionellen Eindruck.

Die Rolle der Immobilienbewertung

Finanzierungspartner verlassen sich nicht einfach auf den vereinbarten Kaufpreis. Sie führen eine eigene Immobilienbewertung durch oder lassen eine solche erstellen, um den Belehnungswert der Liegenschaft festzustellen. Der Belehnungswert kann vom Kaufpreis abweichen – manchmal nach unten, wenn die Bank die Liegenschaft konservativer bewertet als der Markt.

Wer als Käufer bereits eine professionelle Bewertung vorlegen kann, erleichtert diesen Schritt und signalisiert gleichzeitig, dass die Preisfindung sorgfältig erfolgt ist.

Wie der Finanzierungsprozess abläuft

Die Zusammenarbeit mit einem Finanzierungspartner beginnt idealerweise lange vor der eigentlichen Kaufentscheidung. Wer früh eine Vorabklärung oder eine unverbindliche Finanzierungszusage einholt, weiss genau, in welchem Preissegment er suchen kann. Das spart Zeit und verhindert, dass man sich in Objekte verliebt, die finanziell nicht realisierbar sind.

Der typische Ablauf sieht so aus: Nach einer ersten Bedarfsanalyse und Bonitätsprüfung erstellt der Finanzierungspartner ein Angebot. Dieses wird geprüft, allenfalls nachverhandelt und schliesslich akzeptiert. Nach dem Kauf – also nach der notariellen Beurkundung und dem Grundbucheintrag – wird die Hypothek ausbezahlt und der Verkäufer erhält den Kaufpreis.

Folgende Schritte sind im Finanzierungsprozess typischerweise zu durchlaufen:

  • Vorabklärung und Einholung einer unverbindlichen Finanzierungszusage
  • Vollständige Einreichung der erforderlichen Unterlagen
  • Bewertung der Immobilie durch den Finanzierungspartner
  • Ausstellung der verbindlichen Kreditzusage
  • Notarielle Beurkundung des Kaufvertrags
  • Auszahlung der Hypothek und Abschluss der Transaktion

Langfristige Zusammenarbeit pflegen

Die Beziehung zum Finanzierungspartner endet nicht mit dem Kauf. Hypotheken müssen irgendwann erneuert werden – und dann ist es sinnvoll, rechtzeitig zu verhandeln und Alternativen zu prüfen. Viele Eigentümer verlängern ihre Hypothek automatisch beim gleichen Institut, ohne zu vergleichen. Das ist bequem, aber nicht immer die günstigste Lösung.

Wer die Hypothekserneuerung frühzeitig plant – idealerweise ein bis zwei Jahre vor Ablauf – hat genügend Zeit, verschiedene Angebote einzuholen und das beste auszuwählen. Auch eine Hypothekenberatung durch einen unabhängigen Experten kann in dieser Phase wertvoll sein.

Finanzierungspartner beim Immobilienverkauf

Auch beim Verkauf einer Immobilie spielen Finanzierungspartner eine Rolle. Die bestehende Hypothek muss aufgelöst oder auf den Käufer übertragen werden. Wer eine Festhypothek hat, muss mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnen. Wer frühzeitig mit seiner Bank spricht, kann die Optionen prüfen und die kostengünstigste Lösung wählen.
Gleichzeitig sind Finanzierungspartner für den Käufer der Immobilie relevant. Wer als Verkäufer weiss, dass sein Käufer eine solide Finanzierungszusage hat, kann dem Kaufabschluss mit Gelassenheit entgegensehen.

Ein Partner, der langfristig passt

Die Wahl des richtigen Finanzierungspartners ist eine Entscheidung, die weit über den Kaufmoment hinausreicht. Wer sich die Zeit nimmt, verschiedene Angebote zu vergleichen, die Konditionen sorgfältig zu prüfen und eine Partnerschaft auf Augenhöhe einzugehen, legt den Grundstein für eine Finanzierung, die nicht nur heute passt – sondern auch in zehn Jahren noch tragbar und sinnvoll ist.

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